Reisebericht und Bilder von Cleophea

Mail 1:

Nach 112 Schleusen in schönster Natur, Besuche in Mulhouse, Dannemarie, Montbéliard, Besançon und Dôle sind wir in St-Jean de Losne  angekommen. Hier endet die 1. Etappe unserer Reise - der Canal du Rhône au Rhin .Nächste Woche geht's weiter Richtung Lyon auf der Saône, danach nach Port St. Louis du Rhône ins Mittelmeer. Weitere Fotos und Infos folgen..... Herzliche Grüsse 

Corinne und Mike

Mail 2:

Liebi alli mitenand

Nach 236 Km, 112 Schleusen und 2 Tunnels, das eine bei  Besançon (394m - führt
unter der Zitadelle - Weltkulturerbe durch) zweigen wir in die Saône, oberhalb von
St. Jean-de-Losne. Jasmin hatte uns schon in Beaume-les-Dames verlassen und Roman
in Dole . Hier bekamen wir auch Besuch von Trasadingen - Esther und Carlo (mit Wuschel)
und später unsere Böötlifreunde von Portalban - Ruth und Peter (mit Pörschli). Auch hier sind
die Leute sehr nett, alle winken. Ich habe noch nie so viele Fischer gesehen wie hier. An alle Fischer
unter Euch: es gibt hier über 30 verschiedene Fischarten und zwar recht grosse. Zelten kann man direkt
am Fluss, idyllisch schön und die Schiffli fahren vorbei und die Leute winken.

An alle die denken , das Böötlileben sei so locker, nun eine von vielen Chlutterepisoden:

In Macon: Ein Diesel-Zusatz Tank unter der Salonkoje (wurde nie gebraucht) hat Mike zum
Reinigen für die Fahrt aufgespart. Das tat er auch mit ach und och schmierigen Händen,
schweisstriefender Stirne (es ist tüpig), gib mir noch.....häsch nöd no ....Ich darf dann auch
noch meine Hände in den Tank halten (Mikes Hände sind etwas zu gross) um hinter die Schotten,
die auch ein Tank hat (ja beim segeln kann der Diesel nicht einfach so hin und her glucksen) zu reinigen.
So, bevor der Tank mit Diesel gefüllt wird, füllen wir ihn mit 150l Wasser um zu schauen, ob er wirklich
dicht ist. Ok, Wasser rauspumpen, ausreiben, trocknen lassen. Mike installiert ein Ventil, Ueber-
lauf mit Gefälle in den grossen Hauptltank. Alles klar und logisch, grosse Freude, morgen wird die
nahe Tankstelle angelaufen. Es regnet in Strömen - wie kann's auch anders sein. Diesel wird eingefüllt -
und dann der Moment, wo Mike das Ventil öffnet und der Diesel vom Zusatztank zum Haupttank
laufen sollte, es aber nicht tuuuuuut. Mit langem Draht wird im Tank genodert. Hände hinein in den Diesel,
Röhrli in den Abfluss fädeln, blasen, es rögelt, wenn Mike Mitschiffs steht, am Schluss Demontage von
Schlauch, Ventil durchblasen, et voilà es läuft.

Die Saône ist von St.Jean-des-Losne bis Lyon 216 km lang und hat 6 Schleusen (Hub zwischen 2.80 und
4 m.).Lyon ist eine sehr schöne Stadt, die drittgrösste in FR mit 1'2oo'ooo Einw. Es ist speziell, so
lange durch eine Stadt zu fahren mit jenen Windungen, nach all der Natur zuvor. Auch haben
wir nicht erwartet, dass ausgerechnet in einer Kurve vor einer Brücke ein Cargoschiff von 1oo m
Länge an uns vorbeipflügte und praktisch kein Platz für uns liess......

Nach Lyon zweigten wir in die Rhone. Der letzte Abschnitt begann.323 km bis Port St.Louis du Rhône
und Schleusen zwischen 10 m bis 23 m Hub. Die meist besungene Brücke von Avignon passierten wir auch.
Hier blieben wir einen Tag an der lärmigen Strasse, welche um die Papstpaläste führt. Die Brücke von Avignon
ist nur zur Hälfte begehbar und zwar wurde der eine Teil 1668 vom Hochwasser mitgerissen und nicht wieder
aufgebaut. In einem Schnurz fuhren wir die letzten 83 km dem Meer entgegen, da es in Arles keine
Anlegemöglichkeiten gab (auch hatte das Hochwasser hier das letzte Jahr den Ponton mitgerissen). Ca. 5 km vor dem
Meer verlässt man durch eine Hebebrücke und Schleuse die Rhone - Süss- und Salzwasser vermischen sich, und wenn sich die
Brücke hebt, strömt das Süsswasser über das Salzwasser in das dahinterliegende Hafenbecken. Kein einfaches manövrieren,
aber wir sind sicher in Port St. Louis angekommen. 2 mal hatten wir keine Handbreit Wasser unter dem Kiel , wir sind
wieder am chluttere (Motorhalterung gerissen....) und das wird nicht das letzte Mal sein.

Zwei Wochen harrten wir in Port St. Louis. Weil der Mistral mehr als 50 km/h blies, mussten wir warten mit
Masten setzen. Die Motorhalterung musste noch geschweisst werden sowie ein Mech gefunden werden.
Und mit Monsieur Francis hatten wir Glück: "ne hayez pas des soucis" - das war sehr beruhigend.
Und es klappte auch. Der Motor läuft rund bis jetzt (Holz aalange). Dann war es endlich soweit:

Mit achterlichem Wind sind wir nach Marseille gesegelt. Wie im Film "French Conection" konnten wir im
Vieux Port einen Platz ergattern und abends Mikes Langersehnte Fischsuppe essen........

Anderntags segelten wir weiter .Von den Calanques Sormiou und Morgiou hat man viel gelesen und die
Postkarten von da sehen toll aus. Nichts wie hin. Ja das Gerammel ist in diesen Felsbuchten gewaltig,
die Wellen von den grossen Rundfahrtschiffen auch, und so verliessen wir die Bucht nach
einem Gump ins glasklare Wasser. Starkwind kommt auf - wir segeln mit Fock und Besansegel nach Cassis
(sprich das letzte "s" nicht). Da werden wir weggeschickt - kein Platzt! Zum Glück, nicht weit, gab es einen Port
Miou welcher ein Port war und doch nicht. Es war eine Calanque (man stelle sich ein Tal mit ca. 30m Steilabfallende
Felswänden gefüllt mit Wasser vor). Die Schiffe werden zwischen Felswand und einer Boje festgemacht.

An Land geht man mit dem Dingi. Oh Schreck! Mike entdeckt Wasser in der Bilge. Wo kommt das wohl her.
Das gibt auch noch ein Chluttertag. Die Kombüse-Fusspumpe (20ig jährig) ist undicht. Alte raus -Ersatz rein,
aber wie kann's auch anders sein - neues Model und das Abdeckbrett passte auch nicht mehr...-.-.-.-.-.
Früh morgens ging ich an Land (Fels) um die Gegend zu erforschen. Also das Cassisgestein ist berühmt. Die
Freiheitsstatue in New York steht auf diesem Kalkstein. Auch die Geschichte des Petit Prince endet in dieser Gegend.
Nach 3 Tagen segelten wir mit Windstärke 5-6 nach La Ciotat. Hier ankerten wir weitere drei Tage, da der Wind noch
stärker wurde. Weiter  ging's nach Sanary sur mer. Ein kleiner, herziger Hafen mit schönem Frischgemüsemarkt.
Wir geniessen es, nach 6 Tagen vor Anker, nun an Land zu sein. Wir hatten noch Glück: am Nachmittag hat die
Patrouille France eine Flugschau präsentiert, das war fantastisch. Am Abend gab es ein Konzert im Park und ich
fand es speziell, wie die Zuschauer, jung und alt, mitsangen.

14.Juillet, der franz. Nationalfeiertag, wir verliessen den Hafen und gingen in die Bucht gegenüber vor Anker.
Es sollte ein Feuerwerk geben. Die Bucht füllte sich langsam mit vielen blinkenden Liechtli und
leuchtenden Dreiecke. So werden die farbigen Pointu (kleine alte Fischerböötli) geschmückt, welche im hübschen Hafen
von Sanary beheimatet sind. So, das haben wir gesehen. Die Nacht wurde unruhig , Wind kam auf und der Anker rutschte um
ca. 50m nach hinten......Morgen geht's weiter nach Porquerolles.

Fortsetzung folgt.....

Herzliche Grüsse

Corinne und Mike

 Mail3:

Liebi alli mitenand,
mir hoffed, es gaht allne guet.

In der Zwischenzeit sind wir in Sardinien angekommen und Corinne verfasst eifrig den 2. Bericht unserer
Reise mit der Cleophea. Leider sind die Internet Hot-Spots (WIFI) dünn gesät, und die wenigsten Häfen
verfügen über die Möglichkeit, mit einer Spezialantenne vom Boot aus ins Internet zu gelangen. Wir
ziehen es auch vor, in einer schönen Bucht vor Anker zu liegen, somit dauert es halt es bitzeli, bis Ihr
von uns hört ....


Liebe Grüsse von Corinne und Mike

 Mail4:

Zweiter Reisebericht Cleophea

Mail5:

> Liebi alli mitenand!
>
> Es ist schon bald Ende August und wohl höchste Zeit, etwas
> von uns hören zu lassen (ganz kurz, ausführlicher Bericht
> folgt Ende Jahr....)
>
> Mitte Mai hiess es Leinen los und wir verliessen Olbia (mit
> Crew-Verstärkung Esthi und Kari) Richtung Süd. Von St.Maria
> Navarese (bei Arbatax) segelten (motorten) wir Richtung
> Sizilien und erreichten nach ca. 40 Stunden die Insel
> Ustica. Weiter über Isola Alicudi, Salina, Vulcano nach
> Sizilien, wo unsere Freunde von Palermo aus in die Schweiz
> zurückflogen. Weiter segelten (motorten...) wir von Messina
> über Reggio Calbria, Rocela Ionica, Le Castella, Crotone
> nach St. Maria die Leuca, letzter Hafen in Italien.
>
> Am 13.Juni, morgens um 0600 verliessen wir das Festland und
> erreichten abends um 1900 die Nordküste von Korfu. Weiter
> Süd nach Paxos, Prevezza und Ambrakischer Golf, dann dem
> Festland entlang Richtung Nord über Lygia, Parga, Syvota
> zurück nach Korfu, wo Sohn Roman und Tochter Jasmin uns für
> eine Woche besuchten. Es folgten die Inseln Lefkas,
> Kephallonia, Ithaki und Atokos, dann rüber auf's Festland
> nach Mesolongion und Patras.
>
> Zur Zeit sind wir im Golf von Korinth, genauer auf der Insel
> Trizonia. Ende August werden wir den Kanal passieren, dann
> durch die Ägäis Richtung Türkei. In Kemer soll überwintert
> werden.
>
> Liebe Grüsse
>
> Corinne und Mike

Gruss von Cleophea
Liebi alli mitenand!
Mir wünsched Öi frohi Fäschttag und en guete Rutsch is nöii Jahr - all Öiri Wünsch sölled erfüllt werde.
Us Kemer/Türkei grüessed Öi herzli
d'Corinne und de Maik